Schabbat Shalom - 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland

Schabbat Shalom - 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland

JLID - Die Thora vom Sinai

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Die Thora vom Sinai

Warum ist die Thora nicht innerhalb des Landes Israel gegeben worden? – Damit die Nationen der Welt keine Ausrede haben und sagen können: „Die Throa ist im Land Israel gegeben worden, deshalb nehmen wir sie nicht an.“ Darum also wurde sie in der Wüste, in einem Niemandsland, in aller Öffentlichkeit und in aller Offenheit gegeben.

Mechilta Bechodesch 5

In der Wüste, in einem Niemandsland. Dieses Bild gefällt mir.

Die Idee „Erleuchtung in der Stille“ zu bekommen ist nicht neu. Wenn wir die Geschichte des jüdischen Volkes einmal als Metapher für eine Person betrachten: Erkenntnis kommt selten in der lauten und überfüllten Metropole, sondern eher in Momenten der Ruhe. Eine Wüste – ohne Laptop und Internet – ist ein solcher Ort, ein Ort des sich Zurückziehens. Vor wenigen Tagen war Schawuot, das Wochenfest. Dort feiern wir die Übergabe der Thora. Das Wochenfest liegt sieben Wochen nach Pessach. Das heißt, das Volk empfing die Gebote nicht direkt nach dem Auszug aus Ägypten, sondern lief durch die Wüste sieben Wochen oder - vielleicht auch länger.

Diese Wüstenzeit war notwendig für eine Art innere Reinigung, ein Emporsteigen - auf Hebräisch alija - um geistlich bereit zu sein, die Gebote anzunehmen.

Rabbi Solovetshik sagte: Wenn unsere Moral eine Moral der Güte und der Hesed (Gnade) sein sollte, konnte sie nicht für Menschen entwickelt worden sein, die nicht wussten, was Leiden ist. Nur Menschen im Exil konnten eine Moral der Barmherzigkeit verstehen und schätzen.

Wo wir grade bei dem Aspekt der Zeit sind. Wissen Sie, mich fasziniert der Zeitpunkt der Übergabe, und zwar: bevor das jüdische Volk im Lande Israel war. Das heißt – für mich zumindest - in erster Linie sind die Israeliten eine Religionsgemeinschaft und ein Volk und erst in zweiter Linie eine Nation.

Baruch Spinoza, einer meiner liebsten jüdischen Gelehrten, sagte, das sei bemerkenswert, dass das jüdische Volk seinen moralischen Kompass erhalten hat, noch bevor es im Lande war. Bei den restlichen Staaten sei es andersrum gewesen: Erst das Land, darauf folgen die Gesetze. Moses selbst hatte das Land Israel zwar erblickt, aber nie betreten. Er starb, nachdem er das gelobte Land erblickt hatte.

Ich wünsche Ihnen einen Schabbat - erfüllt von Innerer Ruhe, Einsichten und Erkenntnissen.

Schabbat Schalom, Ihre Marie-Rachel Garal

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Über diesen Podcast

Die erste urkundliche Erwähnung jüdischen Lebens auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands stammt aus dem Jahr 321 n.Chr. – deswegen wird in diesem Jahr das Jubiläum begangen.

Jeden Freitag nehmen uns junge Jüdinnen und Juden dazu in diesem Podcast mit in die Welt des Judentums. Die Stipendiatinnen und Stipendiaten des Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerks, dem Begabtenförderungswerk der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland, teilen mit uns ihre Gedanken zum Schabbat und zum jüdischen Leben in Deutschland.

Auf der ganzen Welt ist für Jüdinnen und Juden der Schabbat der Ruhetag. Er beginnt am Freitag mit Sonnenuntergang und endet am Samstagabend. An diesem Tag kommen Familie und Freundinnen und Freunde zusammen, der Tag ist ganz der Ruhe gewidmet.

„Schabbat Shalom“ – „Einen friedlichen Schabbat“ – ist der traditionelle Gruß für Jüdinnen und Juden.

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