Schabbat Shalom - 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland

Schabbat Shalom - 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland

JLID - Es rühme Dich ein anderer

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Ist ein Mensch arm und notleidend, dann gibt er dafür die Schuld nicht sich selbst, sondern er macht Gott dafür verantwortlich. Aber der reich gewordene Mansch rühmt sich und prahlt: „Meine Kraft und Stärke haben das alles bewirkt.“ Deuteronomium Kapitel 8, Vers 17 oder 5. Buch Moses Kapitel 8, Vers 17

Das Buch Deuteronomium, das Fünfte Buch Moses der Hebräischen Bibel, fasst oft zusammen und interpretiert—mitunter auch recht frei—was in den vorangegangen anderen vier Büchern geschah. Unter anderem übersetzt es die oft juristische Sprache der Gesetzestexte der Bücher Zwei bis Drei in einen ethisch-philosophischen Diskurs: Von “Du sollst” und “Du sollst nicht” zu “In der Natur des Menschen liegt es…” Hier, in diesem Zitat, steht unsere Neigung im Vordergrund, auf Errungenschaften stolz zu sein und uns über unsere eigenen Fähigkeiten zu freuen. Die Torah beurteilt diese Neigung hier negativ: Anstelle uns zu freuen, werden wir dazu angehalten, Bescheidenheit und Dankbarkeit zu praktizieren. Nicht wir haben diesen Erfolg errungen, sondern Gott für uns. Das viel spätere System der jüdischen Ethik, Mussar, setzt andere Schwerpunkte. Stolz, Ga’avah, und Bescheidenheit, N’divut, liegen sich in einem Spektrum genau gegenüber. Idealerweise sollen wir uns weder an einem extremen Ende dieses Spektrums wiederfinden, noch am anderen, sondern genau in der Mitte. Mussar, im Gegensatz zur Torah, erkennt an, dass viele von uns nicht nur damit kämpfen, grundlos stolz zu sein—sondern auch damit, in Momenten des Erfolgs aufrichtige Freude, Erleichterung, Sicherheit, und ja, eben auch Stolz, zu empfinden. Ohne diese Emotionen fehlt uns aber jede Motivation, uns anzustrengen—und auch die Fähigkeit, uns über die Erfolge anderer mitzufreuen. Die Lehre der Torah hilft uns, Dankbarkeit und Bescheidenheit zu kultivieren—aber sie macht uns nicht unbedingt heiterer, ehrgeiziger, oder freundlicher. Zwischen Stolz, Ga’avah, und Bescheidenheit, N’divut—wo finden Sie sich wieder?

Rabbinerin Dr. Sonja Pilz, New York USA

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Über diesen Podcast

Die erste urkundliche Erwähnung jüdischen Lebens auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands stammt aus dem Jahr 321 n.Chr. – deswegen wird in diesem Jahr das Jubiläum begangen.

Jeden Freitag nehmen uns junge Jüdinnen und Juden dazu in diesem Podcast mit in die Welt des Judentums. Die Stipendiatinnen und Stipendiaten des Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerks, dem Begabtenförderungswerk der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland, teilen mit uns ihre Gedanken zum Schabbat und zum jüdischen Leben in Deutschland.

Auf der ganzen Welt ist für Jüdinnen und Juden der Schabbat der Ruhetag. Er beginnt am Freitag mit Sonnenuntergang und endet am Samstagabend. An diesem Tag kommen Familie und Freundinnen und Freunde zusammen, der Tag ist ganz der Ruhe gewidmet.

„Schabbat Shalom“ – „Einen friedlichen Schabbat“ – ist der traditionelle Gruß für Jüdinnen und Juden.

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